Warscheneck über Süd-Ost Grat

Lienzer, Toter Mann, Rote Wand

Schwierige Passagen, atemberaubende Aussicht, karge Vegetation, vier Gipfel und mitunter einer der wohl dominantesten Berge in Oberösterreich - mehr gibt es eigentlich nicht, um diese Traumtour optimal zu beschreiben. Alles in allem ein Highlight nach dem anderen, Herausforderung und Bergerlebnis vom Feinsten.

Warscheneck Gipfelkreuz nach dem Aufstieg von der Wurzeralm über den Südost-Grat, weiter zum Lienzer, dem Toten Mann, der Roten Wand und zurück zur Wurzeralm

Bis zum Ausgangspunkt geht es zunächst gemütlich über eine Forststraße - vorbei an der einen oder anderen Kuhherde - zum Frauenkarlift, welcher uns in circa 15 Minuten Fahrtzeit zur gleichnamigen Gipfelstation bringt. Hier beginnt nun die eigentliche Wanderung.

Über karges Gelände geht es die ersten paar Minuten eher unsteil in Richtung des Einstieges, bis eine Markierung am Boden den Weg zum Süd(-ost)Grat weist. Hier beginnt der Weg sehr steil zu werden, teilweise geht es über Wiesenabschnitte, dann wieder über Felsen, wobei hier noch keine allzu anspruchsvollen Passagen warten. Das Ziel rückt dabei immer mehr in scheinbar greifbare Nähe. Jedoch zeigt sich schon beim Näherkommen die scheinbar unwegsame Wand des Südostgrats, wobei einige Markierungen schon von weitem zeigen, wie der Weg ungefähr verläuft. Über teils senkrechte Passagen der Schwierigkeit A/B mit Tritthilfen und Seilversicherungen geht es weiter bergauf. Nach insgesamt circa 1,5 Stunden ist dann der Warscheneck Gipfel erreicht!

Nach einer kurzen Pause auf dem weitläufigen Gipfel geht es weiter zum Lienzer, der etwa 15 - 20 Gehminuten entfernt liegt. Hier sind keine nennenswerten Höhenmeter oder schwierige Passagen zu erwarten, einzig ein Schneefeld ist zu queren. Am Lienzer wartet der wunderschöne Blick auf das Warscheneck.

Der nächste Stopp ist der Tote Mann, dieser ist etwa eineinhalb Stunden Gehzeit vom Lienzer entfernt. Zunächst geht der Weg wieder zurück zum Warscheneck und etwas unterhalb des Gipfels vorbei über das schöne Hochplateau. Hier geht es den ersten Abschnitt lang mehr oder weniger eben dahin, bis zur Gabelung der Wege (Zellerhütte oder Dümmlerhütte). Ab dieser Stelle beginnt der steinige Geröllpfad sehr steil zu werden, bei diesem Untergrund sind Konzentration und Vorsicht gefragt. Nach diesem langen steilen Abstieg geht es unterhalb des Toten Mannes weiter. Zu diesem gibt es allerdings keinen direkten Weg, man muss sich den Pfad eher suchen. Ich empfehle dabei, noch am steinernen Untergrund vorbeizugehen - die Ostseite des Toten Mannes ist eine Almwiese, über die man einfach querfeldein aufsteigen kann. Auch wenn das eine leichte Sucherei ist, lohnt sich dieser Aufstieg, denn der Gipfel des Toten Mannes hat nicht nur ein wunderschönes Gipfelkreuz, sondern auch einen ausgesprochen spektakulären Blick auf den zurückgelegten Weg.

Vom Toten Mann aus geht es über die Wiese wieder abwärts (hier kann man ein bisschen was vom Weg abschneiden, indem man noch ein Stückchen weiter querfeldein wandert). Der nächste steile Abstieg beginnt dann in Richtung der Roten Wand, deren spektakuläre Form von diesem Punkt an immer näher und näher rückt. Vorbei an der Kreuzung, von der aus es ins Tal geht, beginnt der Anstieg zum letzten Gipfel der Tour. Gehzeit vom Toten Mann zur Roten Wand ist circa 50 - 60 Minuten. Von hier aus bietet sich wieder ein wunderschöner Ausblick auf den Warscheneckstock.

Der letzte Anstieg der Tour führt noch einmal zu der Gabelung zwischen Dümmlerhütte, Roter Wand und Wurzeralm. Letzterem Weg folgend dauerte es eine letzte Stunde, bis wir uns einen wohlverdienten Spritzer bei der Bergstation genehmigen konnten. Zurück ging es dann mit der Bahn ins Tal.

Daten und Fakten zur Tour:

  • 01.08.2020

  • Dauer: 5 Stunden 20 Minuten
  • Höhenmeter aufwärts: 832
  • Höhenmeter abwärts: 1.273
  • Strecke: 11,20 km
  • Schwierigkeit: SCHWER
  • Ausgangspunkt: Gipfelstation Frauenkar
  • Endpunkt: Bergstation Wurzeralmbahn
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