Während um uns deutlich mehr Skitourengeher als Wanderer die Stoderer Bergwelt erkundeten, ging es für uns auf eine wunderschöne und aussichtsreiche Entdeckungstour zu versteckten Gipfeln und wenig begangenen Pfaden. Bereits der Ausgangspunkt bei den Hutterer Böden zeigte sich in der Übergangszeit von seiner ruhigen Seite, während sich das Weißenbachtal als Endpunkt mit der stillen, ursprünglichen Idylle eines Seitentals des beliebten Stodertals zeigte. Dazwischen liegt ein Weg, der in Sachen Wegführung und Aussicht in ein kleines Paradies zu entführen scheint. Eine tolle Tour für Ruhesuchende, Aussichtsgenießer und Naturliebende.
Vom Parkplatz bei den Hutterer Böden wanderten wir zunächst entlang der Asphaltstraße vorbei am Triforet Resort. Wir kamen in den Kessel und folgten von hier an der Forststraße, die uns in südwestliche Richtung bergwärts führte. Dabei passierten wir die Bergstation des Sonnkogelliftes und erreichten eine Kehre - wir wählten nicht die Forststraße, die weiter bergwärts zu den Hutterer Almen oder zum Spiegelsee führt, sondern jene, die geradeaus in westliche Richtung weitgehend eben verläuft. In schöner Kulisse ging es für etwa 15 Minuten über die Forststraße westwärts. Nun waren wir etwas unterhalb des Michelkogls angekommen, von dem lediglich ein kurzes Waldstück trennt. Nachdem keine Steigspuren vorhanden sind, empfiehlt sich ein Blick auf die Karte, um den Gipfel nicht zu verpassen. Oben angekommen wartet eine wunderschöne Lichtung mit zwei kleinen Gipfelkreuzen, bei der sich ein traumhafter Ausblick auf den Prielkamm und die Hochmölbingkette bietet.
Nachdem wir die Aussicht kurz genossen hatten, beschlossen wir, auch der Rötlmauer noch einen Besuch abzustatten. Dafür wanderten wir (weiterhin weglos) in westliche Richtung und kamen schließlich in eine Art Schneise, schon fast ein Karrenweg. Dieser folgten wir nach rechts und zwickten uns an einem Stacheldraht Zaun vorbei. Unmittelbar darauf tat sich ein herrlicher Ausblick auf das Weißenbachtal und die umliegenden Berge auf. Zum eigentlichen Gipfel der Rötlmauer müsste man wohl ein Stück weit weglos abkraxeln - und so beschlossen wir, uns mit dem Aussichtspunkt zufrieden zu geben.
Retour ging es zu der Waldschneise und dieser folgend bis zu einer großen Lichtung - einem der wohl schönsten Aussichtspunkte der heutigen Tour! Das weitläufige Wiesenareal bietet atemberaubende Ausblicke - auf die Prielgruppe im Norden, den Hochmölbinggrat im Süden und in die, nach wie vor noch etwas weißen Pisten des Skigebietes. Zweifellos ein Ort, um Kräfte zu tanken.
Wir querten die Lichtung und kamen auf den markierten Weg, der uns nun talwärts ins Weißenbachtal führen würde. Der gut ausgetretene schmale Steig verläuft in unzähligen steilen Serpentinen abwärts - zunächst durch den Wald, schließlich über freies Wiesengelände. Hier lässt sich an der Kulisse auf die umliegende Bergwelt kaum sattsehen! Vom Hochmölbing bis zu Hirscheck und Almkogel, sowie die vielen schroffen Giganten, die das Stodertal an seinem Talschluss einrahmen.
Viel zu schnell schien der Abstieg über den idyllischen Weg zu vergehen und schon nach etwa 30 Minuten wurde der Steig breiter und es ging in Form eines Karrenweges weiter abwärts. Dieser mündete schließlich, am Talboden angekommen, in eine Asphaltstraße. Wir passierten die Ober-Buchebnerreith und zweigten gleich darauf in eine Forststraße nach rechts ab. Mit einem kurzen Gegenanstieg führte uns diese gemütlich durch das Weißenbachtal abwärts. Bei der Pernreith angekommen, einem weiteren schönen Hof, kamen wir wieder auf die Straße und folgten dieser für einige Minuten, bis ein weiteres Mal eine Forststraße nach links abzweigte. Entlang dieser, die übrigens auch als Mountainbike Route markiert ist, ging es gemütlich weiter ins Tal, bis wir das Stodertal erreicht hatten. Wir querten die Straße und spazierten die letzten Meter zum Parkplatz Polsterlucke, wo die schöne Tour von den Hutterer Böden ins Weißenbachtal ihr Ende fand.
Daten und Fakten zur Tour:
Zu Kartenansicht und Höhenprofil
© OpenStreetMap
*bei den Zeiten handelt es sich um meine individuellen Zeiten, keine offiziellen Angaben über Wanderschilder o.ä.
Anreise und Parken: Auffahrt ab Hinterstoder Ort über die Mautstraße Hinterstoder. Derzeit ist die Mautstelle nicht besetzt, daher kann die Mautgebühr nur über den Automaten beglichen werden (€ 14,90 pro PKW). Oben stehen viele kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Wir hatten ein zweites Auto beim Parkplatz Polsterlucke abgestellt - alternativ kann man mit der Seilbahn oder (außerhalb der Betriebszeiten) mit einem Bus-Shuttle retour zu den Hutterer Böden fahren.