Klettersteige sind eine spannende Möglichkeit, die Berge einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben. Sie verbinden Wandern und Klettern und führen über gesicherte Felsabschnitte, bei denen neben Kondition auch Trittsicherheit und etwas Mut gefragt sind. Für den Einstieg eignen sich besonders einfache Klettersteige und Übungsanlagen, um erste Erfahrungen zu sammeln und sich mit der Bewegung am Fels vertraut zu machen.
Gerade bei uns in Oberösterreich und in der näheren Umgebung bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten in unterschiedlichen Regionen – von kurzen Übungsklettersteigen bis hin zu Klettergärten, in denen grundlegende Techniken ausprobiert werden können.
Einige dieser Übungsklettersteige sowie grundlegendes Wissen zum Thema Klettersteig möchte ich euch im folgenden gerne zeigen.
Die folgenden Themen werden dazu behandelt:
→ Schwierigkeitsgrade & Klettersteig Topos
→ Die richtige Ausrüstung am Klettersteig
→ Übungsklettersteige & Anfängerrouten in Oberösterreich & Umgebung
Zu den folgenden Übungsklettersteigen findet ihr hier eine kurze Beschreibung:
Die Schwierigkeitsgrade von Klettersteigen dienen als Orientierung und helfen dabei, die technischen Anforderungen einer Tour einzuschätzen. In Oberösterreich werden Klettersteige üblicherweise nach der sogeannten Schall Skala mit den Buchstaben A bis E bewertet.
Ein Klettersteig mit einer niedrigeren Bewertung ist jedoch nicht automatisch einfach zu begehen!
Neben dem Schwierigkeitsgrad spielen auch die Länge der Tour, die Höhenmeter, die Kondition, die Erfahrung sowie die aktuellen Wetter- und Geländeverhältnisse eine wichtige Rolle. Eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten ist daher entscheidend, um den passenden Klettersteig auszuwählen und die Tour sicher genießen zu können.
Ein Topo (Kurzform für Topografie) ist eine grafische Übersicht eines Klettersteigs und dient der Vorbereitung und Orientierung. Es enthält wichtige Informationen wie den Verlauf der Route, die Schwierigkeit einzelner Abschnitte, die Länge, Höhenmeter, Zustiegs- und Abstiegswege sowie besondere Stellen oder Hinweise zur Tour. Mithilfe eines Topos kann man sich vorab ein besseres Bild von den Anforderungen machen und einschätzen, ob der Klettersteig zu den eigenen Fähigkeiten und den aktuellen Bedingungen passt.
Für das Begehen eines Klettersteigs wird im Vergleich zum klassischen Sportklettern eine verhältnismäßig geringe Ausrüstung benötigt. Zur grundlegenden Ausstattung gehören ein Klettergurt, ein Klettersteigset mit Bandfalldämpfer sowie ein Helm zum Schutz vor Steinschlag und Stürzen. Gutes, dem Gelände angepasstes Schuhwerk ist immer erforderlich, da ein sicherer Tritt und ausreichend Halt am Fels entscheidend sind. Ebenso gehört wetterangepasste Kleidung zur Grundausstattung, da sich die Bedingungen im alpinen Gelände schnell ändern können. Je nach Länge und Schwierigkeit des Klettersteigs können zusätzlich Klettersteighandschuhe und Rastschlaufen zum Entlasten bei längeren Passagen sinnvoll sein. Trotz des vergleichsweise geringen Materialaufwands ist die richtige und funktionierende Ausrüstung entscheidend, um sicher unterwegs zu sein und die Tour genießen zu können.
Gerade bei der ersten eigenen Ausrüstung empfiehlt es sich, auf eine professionelle Beratung im Fachgeschäft zu setzen, da Passform, richtige Anwendung und die Auswahl der passenden Komponenten entscheidend für Sicherheit und Komfort am Klettersteig sind. Außerdem lohnt es sich, bei sicherheitsrelevanter Ausrüstung auf etablierte Hersteller mit langjähriger Erfahrung im Berg- und Klettersport zu setzen.
Der Klettergurt ist die Verbindung zwischen Person und Klettersteigset und muss korrekt sitzen, damit er im Falle eines Sturzes seine Funktion erfüllen kann. Er sollte eng anliegen, aber nicht einschneiden – zwischen Gurtband und Oberschenkel bzw. Hüfte sollte ungefähr eine Faust Platz haben, und die Beinschlaufen dürfen nicht zu locker eingestellt sein.
Das Klettersteigset besteht aus zwei elastischen Armen mit Karabinern sowie einem Bandfalldämpfer, der die Kräfte bei einem Sturz reduziert. Es muss direkt am Klettergurt befestigt werden und die Karabiner sollten leichtgängig sein und sich selbstständig verriegeln; eine regelmäßige Kontrolle auf Beschädigungen oder Verschleiß ist unerlässlich.
Eine Rastschlinge kann bei längeren oder anstrengenden Passagen genutzt werden, um sich kurzzeitig am Stahlseil oder an einer Verankerung zu entlasten. Sie ersetzt jedoch nicht die Sicherung durch das Klettersteigset und sollte nur an dafür geeigneten Punkten verwendet werden. Als Verbindung zur Rastschlinge wird ein geeigneter Schraub- oder Verschlusskarabiner empfohlen.
Ein Kletterhelm schützt vor Steinschlag und kann auch bei einem Anprall an den Fels Verletzungen verhindern. Er sitzt richtig, wenn er waagrecht auf dem Kopf aufliegt, nicht wackelt und der Kinnriemen so eingestellt ist, dass der Helm auch bei geöffnetem Mund sicher am Kopf bleibt.
Gutes Schuhwerk ist auf jedem Klettersteig entscheidend, da ein sicherer Tritt am Fels und auf künstlichen Trittstufen wesentlich zum sicheren Vorankommen beiträgt. Empfehlenswert sind stabile Berg- oder Zustiegsschuhe mit griffiger Sohle und guter Passform – ein sicherer Halt im Schuh ist wichtiger als maximale Bewegungsfreiheit.
Klettersteighandschuhe schützen die Hände vor Reibung, scharfen Drahtseilen und Blasen und sorgen für besseren Halt. Neben klassischen Klettersteighandschuhen verwenden viele – auch erfahrene Kletterer – Garten- oder robuste Handwerkshandschuhe, da diese guten Schutz und Bewegungsfreiheit bieten, solange sich die Karabiner damit sicher bedienen lassen.
Gut zu wissen:
Klettersteigausrüstung unterliegt strengen europäischen Normen, die sicherstellen, dass die Produkte bestimmten Sicherheitsanforderungen entsprechen. Relevante Ausrüstungsteile wie Klettergurte, Klettersteigsets, Helme und Karabiner müssen definierte Prüfungen durchlaufen und mit entsprechenden Kennzeichnungen (z. B. CE- und EN-Normen) versehen sein.
Bevor die Ausrüstung in den Handel kommt, wird sie umfangreichen Tests unterzogen, bei denen unter anderem Belastbarkeit, Materialfestigkeit und Funktionssicherheit geprüft werden. Diese Prüfungen simulieren verschiedene Belastungssituationen und stellen sicher, dass die Ausrüstung auch unter hohen Kräften zuverlässig funktioniert – vorausgesetzt, sie wird richtig verwendet und regelmäßig kontrolliert.
Klettersteig Rading
(zum Vergrößern der Topo auf das Bild klicken)
Kurzer und familienfreundlicher Klettersteig bei Windischgarsten - geeignet für Groß und Klein, für Zwischendurch und für Anfänger am Klettersteig. Der Steig ist in wenigen Minuten begangen und hat unter anderem eine kurze Seilbrücke. Der Abstieg erfolgt an der Rückseite über einen anfangs steilen (ebenfalls seilversicherten) Waldweg.